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Mit VerĂ¤nderungen im Leben ist die Gefahr einer Verschlechterung verbunden. Schon allein das Reden darĂĽber weckt Ă„ngste! Daher vermeiden beide Seiten das Thema. HĂ¤ufig befĂĽrchten Kinder auch, ihre Eltern zu verletzen und den Eindruck zu vermitteln, dass sie sie nicht mehr fĂĽr voll nehmen. Dabei ist das Gegenteil der Fall â€“ ein offenes GesprĂ¤ch kann sehr erleichternd sein.</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">Wer sollte so ein GesprĂ¤ch anstoĂźen â€“ die Eltern oder die Kinder?</emphasis>
Wer als Erster das BedĂĽrfnis dazu verspĂĽrt! Oft ist es ja beiden Seiten nicht so eilig damit. Die Eltern mĂ¶chten so lange wie mĂ¶glich selbststĂ¤ndig sein und die Kinder so lange wie mĂ¶glich sich nicht intensiv kĂĽmmern mĂĽssen, zumal die meisten ja in der â€žRush hourâ€ś des Lebens sind und selbst Beruf, Kinder, vielleicht sogar erste eigene Gesundheitsprobleme haben. Und keiner mĂ¶chte den anderen beunruhigen oder Missstimmung verursachen.</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">Was kĂ¶nnen die Kinder machen, wenn die Eltern abblocken?</emphasis>
â€žAbblockenâ€ś bedeutet eigentlich immer, dass jemand nicht verletzt werden mĂ¶chte. Wenn erwachsene Kinder mit sich selbst im Reinen sind und das Thema nicht zu einer neuen Runde eines pubertĂ¤ren Dauerkampfs machen mĂ¶chten, ist es gar nicht so schwer. Ich empfehle drei Dinge:
Erstens: ZunĂ¤chst von sich selbst sprechen, vorzugsweise von eigenen GefĂĽhlen. 
Zweitens: Immer Bezug nehmen auf konkrete Ereignisse oder eigene Beobachtungen und nachfragen ob sie geteilt werden. Ein Beispiel: â€žIch mache mir Sorgen, weil ich den Eindruck habe, dass du nicht mehr gut hĂ¶ren kannst. Manchmal nickst du zwar, aber ich weiĂź gar nicht, ob du mich wirklich verstanden hast. Stimmt das?â€ś Das klingt anders als: â€žMama, du brauchst endlich ein HĂ¶rgerĂ¤t!â€ś
Drittens: Auch, wenn das GesprĂ¤ch abgelehnt wird, immer ein TĂĽrchen offen lassen â€“ dranbleiben. â€žIch merke, dass du jetzt mit mir nicht darĂĽber reden mĂ¶chtest. Vielleicht ein andermal? Wann wĂ¤re es dir recht?â€ś</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">Welche Fragen sollte man auf jeden Fall klĂ¤ren?</emphasis>
Das kommt komplett auf die Lebenssituation der Eltern an. In der Regel: Wie und wo mĂ¶chte ich wohnen, mit wem mĂ¶chte ich zusammenleben, wie ist dies finanzierbar und wie treffe ich Vorsorge fĂĽr Zeiten, in denen es mir schlechter geht oder in denen ich selbst nicht mehr mit vollem Bewusstsein entscheiden kann? Die KlĂ¤rung kann dann alles sein â€“ dem anderen den Zukunftstraum von der Alters-WG schildern oder konkrete Formulare wie PatientenverfĂĽgung oder Vorsorgevollmacht ausfĂĽllen.</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">Was tun, wenn die Vorstellungen von Eltern und Kindern sich stark unterscheiden?</emphasis>
Erwachsen miteinander umgehen â€“ daher trĂ¤gt mein Buch auch den Untertitel â€žEin Wegweiser fĂĽr erwachsene Kinderâ€ś. Das ist wĂ¶rtlich gemeint: Erwachsen mit den eigenen Eltern zu kommunizieren, sind wir nicht gewohnt. Das kennen wir eher aus GesprĂ¤chen unter Freunden: Du hast deine Meinung, ich habe eine andere. Wir kĂ¶nnen darĂĽber diskutieren, uns gegenseitig beraten, aber letztlich entscheidest du ĂĽber dein Leben und ich ĂĽber meins. Dazu gibt es auch keine Alternative. Solange keine gesetzliche Betreuung oder Gefahr fĂĽr Leib und Leben besteht, entscheiden Erwachsene in unserer Demokratie ĂĽber ihre Belange selbst.</literallayout></para><para>Da kann dann herauskommen, dass ich Organisatorisches oder auch PflegetĂ¤tigkeiten ĂĽbernehme, weil ich das gern tue oder, weil ich Verantwortung ĂĽbernehmen mĂ¶chte. Oder, weil ich mir, kurz bevor die Eltern sterben, mehr Miteinander wĂĽnsche. Oder, dass Eltern lieber Hilfe von Fremden annehmen mĂ¶chten, als ihre Kinder zu belasten. Oder, dass sie sich wĂĽnschen, in die NĂ¤he der Kinder umzuziehen, um sie Ă¶fter zu sehen. WĂĽnschen kann man vieles. Aber mĂĽssen muss keiner.</para><para>Was man vermeiden sollte: Drohungen auszusprechen, wie dem anderen Zuneigung zu entziehen (â€žDann schau doch, wie du allein klarkommst!â€ś) oder finanziell schlechter zu stellen (â€žDenk nicht, dass du dann etwas erbst!â€ś). In religiĂ¶sen Kontexten ist es auch beliebt, der Beziehung ein Opfer-TĂ¤ter-Schema ĂĽberzustĂĽlpen (â€žIch war aufopferungsvoll zu dir â€“ und du bist herzlos zu mirâ€ś). Dies alles ist kein erwachsener Umgang in einer Beziehung.</para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">Im Alter noch mal von vorne anzufangen, in einer neuen Wohnumgebung, vielleicht sogar in einer neuen Stadt, ist schwer. Wie kann es gelingen?</emphasis>
Je frĂĽher man sich damit auseinandersetzt oder solche PlĂ¤ne gegebenenfalls noch umsetzt, desto besser. Je jĂĽnger das Gehirn, desto grĂ¶Ăźer die UmstellfĂ¤higkeit â€“ auch, wenn man geistig noch fit ist. Man sollte das Umfeld von Gleichaltrigen nicht unterschĂ¤tzen â€“ auch wenn man nur wenige enge Freunde hat und der Ehepartner gestorben ist. Das Netz von Bekannten oder ehemaligen Schul- oder Vereinskameraden kann im Alltag sehr wichtig sein.</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">Immer hĂ¤ufiger leben Eltern und Kinder Hunderte Kilometer entfernt. Wie ist unter solchen Bedingungen ĂĽberhaupt UnterstĂĽtzung mĂ¶glich?</emphasis>
Wir leben im Zeitalter der Fernbeziehungen, nicht nur bei Paaren! Wachsende Anforderungen an berufliche MobilitĂ¤t und Weiterbildung, das gestiegene Bildungsniveau insbesondere von Frauen und die AttraktivitĂ¤t stĂ¤dtischer BallungsrĂ¤ume haben dazu gefĂĽhrt. In vielen FĂ¤llen haben uns gerade die eigenen Eltern ermuntert, uns die groĂźe weite Welt mit Staunen anzuschauen. GlĂĽcklicherweise gibt es bei uns ein gut ausgebautes Fernstreckennetz und elektronische Kommunikationsmedien. Fotos, Videos oder Livechats ersetzen aber nicht das persĂ¶nliche Miteinander. Aber das kann zur â€žQuality Timeâ€ś werden.</literallayout></para><para>UnterstĂĽtzung hat viele Gesichter. Sie kann bestehen in regelmĂ¤Ăźigen Anrufen â€“ einmal wĂ¶chentlich oder einmal tĂ¤glich, je nachdem, wie engmaschig man einander auf dem Laufenden halten mĂ¶chte. Sie kann finanzieller Natur sein â€“ ich kenne Kinder, die ihren Eltern ein Taxi-Jahresabo bezahlen, nachdem sie gemeinsam ausgerechnet haben, dass das billiger kommt als die jĂ¤hrlichen Kosten fĂĽr die alte Familienkutsche. Sie kann in VerwaltungstĂ¤tigkeiten bestehen: Andere beantragen Pflegegrad 1 und sorgen dafĂĽr, dass Mutter und Vater davon einen Fahrdienst zu allen medizinischen Behandlungen bezahlen kĂ¶nnen. Â Â  Â </para><para/></section>
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