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FĂĽr den Priester, OrdensgrĂĽnder und Erzieher war dieser Satz weit mehr als ein netter Spruch: In ihm spiegelt sich die Grundhaltung seines Lebens und seiner erzieherischen und pastoralen TĂ¤tigkeit.</para><para>Der italienische Priester galt als unverbesserlicher Optimist. Ohne eine gehĂ¶rige Portion Gottvertrauen hĂ¤tte er es wohl auch kaum auf sich genommen, in Turin bedĂĽrftigen Jugendlichen zu helfen, die im beginnenden Industriezeitalter auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben in der Stadt auf der Strecke geblieben waren. Dabei lieĂź sich der Priester auch nicht beirren, wenn im Klerus ĂĽber ihn geredet wurde, weil er sich auch mit Ex-HĂ¤ftlingen abgab. Der Geistliche wollte benachteiligte junge Menschen mit einer Ausbildung fitmachen fĂĽrs Leben. Am 16. August 2015 wird der â€žVater und Lehrer der Jugendâ€ś, wie ihn Papst Johannes Paul II. anlĂ¤sslich der Hundertjahrfeier seines Todes nannte, 200 Jahre alt.</para><title ezxhtml:level="4">PĂ¤dagogik der Vorsorge</title><para>Mit seinem Engagement fĂĽr benachteiligte junge Menschen reiht sich Don Bosco in die Riege der groĂźen Sozialapostel des 19. Jahrhunderts ein: Adolph Kolping, Paul Josef Nardini und einige andere gehĂ¶ren dazu. Ihre Gemeinsamkeit: Sie alle sind aufmerksam fĂĽr eine stetig wachsende soziale Not und legen aus einer christlichen Motivation heraus Hand an zu deren Ăśberwindung.</para><para>Dabei hat Don Bosco, selbst aus einer Ă¤rmlichen Familie stammend, mit seiner â€žPĂ¤dagogik der Vorsorgeâ€ś besonders die benachteiligten und ausgegrenzten jungen Menschen im Blick. Er versucht, das Vertrauen in ihre oft unentdeckten FĂ¤higkeiten zu fĂ¶rdern, macht Jugendlichen Mut und betont, dass in jedem von ihnen ein Talent steckt. RevolutionĂ¤r zur damaligen Zeit ist sein Erziehungsstil, der auf Liebe, Einsicht, Glaube und PrĂ¤vention setzt statt auf harte Strafen.</para><title ezxhtml:level="4">Armut, harte Arbeit und ein fester Glaube</title><para>Den Wunsch, sich fĂĽr junge Menschen einzusetzen, verspĂĽrt Don Bosco schon als Kind. Er stammt aus einer Art â€žPatchworkfamilieâ€ś. Seine Mutter Margareta heiratet mit 23 Jahren Franz Bosco, einen Witwer, der aus seiner ersten Ehe seinen achtjĂ¤hrigen Sohn Antonio mit in die Familie bringt. Ein Jahr spĂ¤ter kommt Sohn Josef zur Welt, weitere zwei Jahre spĂ¤ter, am 16. August 1815, Johannes Melchior â€“ Don Bosco.</para><para>Doch das Schicksal meint es nicht gut mit der Familie. Schon zwei Jahre nach Johannes Geburt stirbt sein Vater und seine Mutter Margareta muss die drei SĂ¶hne alleine groĂźziehen. Ein Leben, das von Armut, harter Arbeit und einem festen Glauben bestimmt ist.</para><title ezxhtml:level="4">Berufungstraum mit neun Jahren</title><para>Erst mit neun Jahren lernt Johannes bei einem Kaplan Lesen und Schreiben. In dieser Zeit hat er einen einschneidenden Traum, der ihn nicht mehr loslĂ¤sst: Er sieht, wie einige Jungen sich raufen und prĂĽgeln. Als er kampfbereit dazwischen gehen will, hĂ¶rt er plĂ¶tzlich ein Stimme: â€žNicht mit SchlĂ¤gen, sondern mit GĂĽte und Liebe wirst du sie zu Freunden gewinnenâ€ś. Als er den Traum am nĂ¤chsten Morgen seiner Mutter erzĂ¤hlt, lachen ihn seine Geschwister zwar aus. Doch dieser Traum wird sein spĂ¤teres Leben und seine PĂ¤dagogik maĂźgeblich bestimmen.</para><para>Schon als junger Bursche gibt Don Bosco kleine Zauber- und Akrobatikvorstellungen. Er verschluckt MĂĽnzen, verwirrt die Leute mit undurchsichtigen HĂĽtchenspielen, wiederholt zwischendurch die Predigt aus dem Gottesdienst und lĂ¤uft auf HĂ¤nden. Der HĂ¶hepunkt seiner AuffĂĽhrungen: Don Bosco spannt ein Seil zwischen zwei BĂ¤ume und balanciert darĂĽber. Als Eintritt verlangt er nur, dass die Zuschauer mit ihm beten.</para><para>Mit 20 Jahren tritt Johannes Bosco ins Priesterseminar ein, ein paar Jahre spĂ¤ter wird er geweiht und geht als Priester nach Turin. Dort kĂĽmmert er sich um StraĂźenjungen, bringt ihnen Lesen, Schreiben und den Katechismus bei.</para><title ezxhtml:level="4">GrĂĽndung der Salesianer Don Boscos</title><para>Sein Mut und sein Optimismus stecken an: Viele der Jugendlichen, die er betreut, wollen sich mit ihm engagieren. Deshalb ruft Johannes Bosco 1859 die â€žGesellschaft des Heiligen Franz von Salesâ€ś ins Leben â€“ die Salesianer Don Boscos. Als zweitgrĂ¶Ăźte Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche sind die OrdensmĂ¤nner heute in 132 LĂ¤ndern aktiv und erreichen mit ihrer Arbeit mehrere Millionen MĂ¤dchen und Jungen auf der ganzen Welt. Zu ihren Aufgaben gehĂ¶ren die Jugendsozialarbeit, Schulen, Tageseinrichtungen, Hausaufgabenbetreuung sowie Hilfen fĂĽr benachteiligte junge Menschen. Die Salesianer engagieren sich zudem in der Schul- und Hochschulbildung, geben Hilfen zur Erziehung und beraten Jugendliche. Und auch in der Pfarrseelsorge gilt die Jugendarbeit als Schwerpunkt.</para><para>Mit Maria Dominika Mazzarello erĂ¶ffnet Don Bosco 1872 zudem das Institut der TĂ¶chter MariĂ¤ Hilfe der Christen, die heutigen Don-Bosco-Schwestern. Und er grĂĽndet die Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter zur UnterstĂĽtzung seines Werkes fĂĽr die Jugendlichen. Als Johannes Bosco 1888 in Turin stirbt, gibt es bereits 773 Salesianer und 276 Novizen in 58 Niederlassungen.</para><title ezxhtml:level="4">Don Boscos Werk heute</title><para>Das Anliegen Don Boscos, die Heranwachsenden ernst zu nehmen, ihnen eine Stimme zu geben und eine MĂ¶glichkeit, ihr Leben selbst zu gestalten, ist auch heute wichtig: fĂĽr Sozialprojekte in Berlin, KĂ¶ln und MĂĽnchen genauso wie fĂĽr die Bildungsarbeit in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Das Konzept geht auf, vor allem, weil es sich an alle jungen Menschen richtet: an die, die noch nie einen FuĂź in eine Kirche gesetzt haben, wie an den Ministranten aus katholischem Elternhaus.</para><para>In Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz leben heute rund 265 Salesianer Don Boscos und 70 Don-Bosco-Schwestern an 45 Standorten. In den Einrichtungen fĂĽr junge Menschen arbeiten die Ordensmitglieder mit rund 2.000 angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vielen Ehrenamtlichen zusammen. Weltweit sind es ĂĽber 265.000.</para><para>Ihre Arbeit hat viele Gesichter. Ob sie benachteiligten Jugendlichen eine Ausbildung ermĂ¶glichen oder junge FlĂĽchtlinge auf ihrem Weg in eine Zukunft in Deutschland begleiten, ob sie in Wohnheimen Lehrlingen ein Zuhause geben oder mit MĂ¤dchen und Jungen ĂĽber den Glauben und Zukunft sprechen: Sie sind da zur Stelle, wo junge Menschen besondere Hilfe benĂ¶tigen.</para><para>Damit das Leben junger Menschen gelingt.</para><para/><para/><para><emphasis>Die verlinkten Audio-Dateien wurden von Sprecherinnen und Sprechern des St. Michaelsbunds, MĂĽnchen, eingesprochen.</emphasis></para></section>
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