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Ich bin in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv. Aber ich habe oft den Eindruck, dass die Kirche schon vor Jahrzehnten stehen geblieben ist. Kirche ist nicht attraktiv fĂĽr junge Menschen. Das fĂ¤ngt an mit den Themen: Wenn ich am Sonntag in den Gottesdienst gehe â€“ da kommen in der Predigt keine Themen vor, die Jugendliche berĂĽhren. </literallayout></para><para>Was mir trotzdem gefĂ¤llt an Kirche, ist, dass es Ansichten und Standpunkte gibt, die fĂĽr die Kirche indiskutabel sind. Andererseits gibt es offene Fragen, die sich die Kirche irgendwie verbaut hat. Manche Dinge gehĂ¶ren einfach mal ĂĽberdacht â€“ zum Beispiel, dass Frauen keine Priester werden kĂ¶nnen. DĂĽrfen wir wirklich ĂĽber Berufungen urteilen?"</para><para>Stefan B., 19 Jahre, aus Stuttgart</para><para><emphasis role="strong">"Ich glaube nicht an Gott und ich habe auch keine Religion.</emphasis> FĂĽr mich ist das nicht greifbar und nicht wissenschaftlich belegt. FĂĽr mich ist der Glaube eher etwas Zwischenmenschliches, dass ich an andere glaube und andere an mich. Ich habe auch keinen Bezug zur Kirche. Einmal war ich auf einer Konfirmation, aber sonst habe ich mit Kirche nichts am Hut. Ich war auch noch nie an Weihnachten oder Ostern dort. Ich freue mich, wenn das anderen Leuten was gibt, aber mir gibt das nichts. Ich habe auch noch nie so eine Erfahrung gemacht, die mich daran glauben lĂ¤sst.</para><para>Nach dem Tod von jemandem aus der Familie wĂĽrde ich mir natĂĽrlich wĂĽnschen, dass der- oder diejenige dann im Himmel ist. Aber das ist nur ein Wunschgedanke. Ich glaube nicht richtig daran. Das humanitĂ¤re Weltbild von Kirche kann ich schon vertreten, aber ansonsten finde ich vieles problematisch. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus in kirchlicher TrĂ¤gerschaft ist und man dann nur da arbeiten darf, wenn man katholisch ist."</para><para>Lea Z., 17 Jahre, aus Berlin</para><para><emphasis role="strong">"Mir bedeutet der Glaube nicht so viel,</emphasis><emphasis role="strong">aber ich gehe in der Schule in den Religionsunterricht.</emphasis> Ich finde es einfach interessant, mehr ĂĽber die Religionen zu erfahren â€“ ĂĽber den Buddhismus, das Judentum, den Hinduismus und das Christentum. Das fĂ¶rdert ja auch das Allgemeinwissen. Ich finde es auch okay, wenn andere an Gott glauben. Jeder Mensch kann das selbst entscheiden. Ich akzeptiere das. Ich bin zwar nicht glĂ¤ubig, aber meine Familie und ich glauben schon, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und die Seele weiterlebt. Ich weiĂź nicht, warum, aber daran glauben wir einfach. Was ich an der Kirche gut finde, sind die GebĂ¤ude. Die sind so groĂź und gerĂ¤umig. Einfach gewaltig â€“ ja, das ist das richtige Wort â€“ gewaltig. Das ist schon cool, wenn man da drinnensteht."</para><para>Sophie G., 15 Jahre, aus Magdeburg</para><para><emphasis role="strong">"Sonntags in die Kirche zu gehen, war fĂĽr mich schon immer selbstverstĂ¤ndlich.</emphasis> Meine Eltern haben mich so erzogen und ich mache das weiter. Seit neun Jahren bin ich Ministrant und jetzt zusĂ¤tzlich noch in einer Neokatechumenalen Gemeinschaft. Wir treffen uns immer samstagabends zur Messe und mittwochs zur Wortliturgie. Da wird dann aus der Bibel vorgelesen und danach tauschen wir uns darĂĽber aus, was uns an der Lesung angesprochen hat und wie Gott gerade in unserem Leben wirkt.</para><para>In einem normalen Gottesdienst ist es leider oft so, dass man da relativ anonym nebeneinander sitzt. Bei uns ist das alles sehr persĂ¶nlich und das finde ich schĂ¶n. Und wenn wir sonntags mit der ganzen Gemeinde Messe feiern, ist es auch richtig voll.</para><para>Der Glaube an Gott und Jesus Christus gibt mir Geborgenheit, weil ich weiĂź, dass da jemand ist, der mich liebt. Er hilft mir, schwierige Situationen anzunehmen, die ich vielleicht nicht verstehe. Und er gibt mir Hoffnung, wenn es mir mal nicht gut geht."</para><para>Korbinian S., 17 Jahre, aus MĂĽnchen</para></section>
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