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Der Kaufmann beschloss, dort um Unterkunft zu bitten. Doch seltsam, die TĂŒr des Schlosses stand offen, und niemand schien dort zu sein. Da es einen reich gedeckten Tisch und eine einladende Schlafkammer gab, fasste er sich ein Herz, setzte sich an den Tisch und aĂ und trank und legte sich anschlieĂend in das feine Bett.</para><title ezxhtml:level="2">Ein schreckliches Abenteuer</title><para>Der Kaufmann schlief friedlich, und am nĂ€chsten Morgen fand er wieder einen reich gedeckten Tisch vor. Nachdem er gefrĂŒhstĂŒckt hatte, beschloss er, weiterzureiten. DrauĂen im Schlossgarten wuchsen die schĂ¶nsten Rosen, die der Kaufmann je gesehen hatte. Da fiel ihm ein, dass er Bella eine Rose versprochen hatte. Er bĂŒckte sich, um sie zu pflĂŒcken, da kam plĂ¶tzlich aus dem Rosenbusch eine grauenvolle Bestie hervor, edel gekleidet, aber mit blutunterlaufenen Augen. Voller Zorn drohte sie ihm: âDu undankbarer Mensch! Du warst mein Gast und zum Dank stiehlst du meine Lieblingsblumen? TĂ¶ten will ich dich dafĂŒr!â</para><para>Der Kaufmann flehte: âVerzeih mir! Lass mich leben! Die Rose war nicht fĂŒr mich, sie war fĂŒr meine Tochter bestimmt.â Die Bestie beruhigte sich und sprach: âIch werde dich ziehen lassen, wenn du mir deine Tochter bringst!â Der verĂ€ngstigte Kaufmann versprach es und zog eilig weiter. Voller Angst kehrte er heim und erzĂ€hlte seinen drei TĂ¶chtern von seinem schrecklichen Abenteuer. Bella aber war mutig und entschlossen. Sie beruhigte ihn: âVater, mach dir keine Sorgen! Bring mich zum Schloss, ich werde dort an deiner Stelle bleiben!â Der Vater umarmte seine Tochter und dankte ihr fĂŒr ihre Tapferkeit.</para><para>Die Bestie empfing Bella sehr freundlich und sanft. Bella fĂŒrchtete sich vor seinem Zorn, aber mit der Zeit gewĂ¶hnte sie sich an seinen Anblick. Sie bekam das schĂ¶nste Zimmer im Schloss. Gern saĂ sie mit der Bestie am Kaminfeuer und stickte. Mit der Zeit vertieften sich die beiden immer mehr in GesprĂ€che, und Bella bemerkte, dass sie gern mit dem Biest sprach. Eines Tages sagte es: âBella, nimm mich zu deinem Mann.â In ihrer Ăberraschung wusste Bella anfangs nicht, was sie antworten sollte. Ein so scheuĂliches Wesen heiraten? Das konnte sie nicht! âIch kann nicht einwilligenâ, flĂŒsterte sie mit zitternder Stimme. Die Bestie blickte zu Boden und sprach: âIch verstehe! Ich hege deswegen keinen Groll gegen dich!â Und sie lebten miteinander, wie sie es bisher getan hatten.</para><title ezxhtml:level="2">Das Wunder der Liebe</title><para>Eines Tages aber schenkte die Bestie ihr einen Zauberspiegel: Sobald Bella in ihn hineinschaute, konnte sie ihre Familie sehen. In TrĂ€nen aufgelĂ¶st saĂ sie vor dem Zauberspiegel. âWas ist geschehen?â, fragte das Biest. âMein Vater ist schwer krank und liegt im Sterben! Oh, ich mĂ¶chte ihn so gerne sehen!â Das Biest erschrak und rief wutschnaubend: âNiemals! Du wirst mich nicht verlassen!â Doch bald kehrte es zurĂŒck und sagte: âWenn du versprichst, in einer Woche wieder zurĂŒckzukehren, lasse ich dich gehen!â Bella fiel ein Stein vom Herzen und sie rief: âIch verspreche es! Ich danke Euch!â</para><para>Der Vater, der aus Trauer um seine Tochter erkrankt war, fĂŒhlte sich sogleich besser, als er seine Tochter wieder in die Arme schlieĂen konnte. Bella pflegte ihn und verbrachte viele Stunden mit ihm. Die Zeit verging im Fluge, und endlich konnte der Vater das Bett verlassen. Bella war glĂŒcklich und hatte gar nicht bemerkt, dass die versprochenen sieben Tage bereits verstrichen waren. Eines Nachts schreckte sie nach einem schrecklichen Traum aus dem Schlaf auf: Das Biest lag in seinem Schlossgarten an einen Baum gelehnt im Sterben und flehte leise: âKomm zurĂŒck, Bella!â Sie spĂŒrte, wie sehr die sterbende Bestie ihr Herz berĂŒhrte, sattelte ihr Pferd und ritt zum Schloss.</para><para>Dort angekommen, rannte Bella in den Garten. Ihr Herz klopfte laut und eine furchtbare Ahnung ermĂ€chtigte sich ihrer: Die Bestie lag da, gegen einen Baum gelehnt, mit geschlossenen Augen und sah aus wie tot. Bella umarmte das Biest und rief: âDu darfst nicht sterben! Du darfst nicht sterben! Ich werde dich heiraten ...â Bei diesen Worten Ă¶ffnete das Biest seine Augen, und diese Augen waren nicht mehr blutunterlaufen und furchterregend, sondern die Augen eines jungen Mannes. Voller Verwunderung sah Bella, wie aus dem Biest ein schĂ¶ner JĂŒngling wurde. Liebevoll schaute er sie an und sagte: âWie lange habe ich darauf gewartet. Eine bĂ¶se Hexe hat mich in ein scheuĂliches Ungeheuer verwandelt, und nur die Liebe eines MĂ€dchens, das mich so, wie ich war, zum Mann nehmen wĂŒrde, konnte mich in einen Menschen zurĂŒckverwandeln!â Er kĂŒsste sie innig und nahm Bella zu seiner Frau.</para></section>
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