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Im Gegenteil, sie genieĂźt es, dass sie wieder mehr Freiheiten hat, seit ihre SĂ¶hne Ă¤lter sind, dass sie mal mit Freundinnen ausgehen oder mit ihrem Mann etwas unternehmen kann. â€žAlles hat seine Zeitâ€ś, sagt sie. â€žUnd jetzt ist eben diese Zeit.â€ś</para><para>Vielen Eltern geht es da anders. Sie tun sich deutlich schwerer, mit den VerĂ¤nderungen umzugehen, die die PubertĂ¤t der Kinder mit sich bringt. â€žWir leiden, weil es nicht nur ein Abschiednehmen, sondern auch ein Liebesverlust istâ€ś, schreibt der bekannte Schweizer Kinderarzt Remo H. Largo in seinem Buch â€žJugendjahreâ€ś (Piper Verlag, mit Monika Czernin). WĂ¤hrend kleine Kinder ihre Eltern bedingungslos liebten, mĂĽssten diese spĂ¤ter lernen, den Anspruch auf diese kindliche Liebe aufzugeben. â€žWenn Kinder in die PubertĂ¤t kommen, mĂĽssen wir Eltern nicht nur umdenken, sondern auch umfĂĽhlenâ€ś, so Largo.</para><para>Leichter gesagt als getan. Denn die PubertĂ¤t erwischt MĂĽtter und VĂ¤ter oft in einer Lebensphase, in der sie ohnehin stark gefordert sind. â€žManche Eltern haben ihre eigenen Eltern zu pflegen oder sind beruflich eingespannt. Gerade Alleinerziehende haben viel zu stemmenâ€ś, erklĂ¤rt Diplom-Psychologin und Erziehungsberaterin Elisabeth Raffauf. Zudem bekommt sie immer wieder mit, dass Jugendliche, wenn es mal nicht gut lĂ¤uft, zu Hause als Entschuldigung erklĂ¤ren, sie seien schlieĂźlich in der PubertĂ¤t. Woraufhin die MĂĽtter antworten, sie seien schlieĂźlich in den Wechseljahren. â€žDa kommt schon ein ordentlicher Hormoncocktail zusammen in manchen Familienâ€ś, lacht Raffauf.</para><title ezxhtml:level="2">Keine Harmonie erwarten</title><para>FĂĽr alle Eltern, die sich fragen, wie sie mĂ¶glichst gut durch die heikle Phase kommen, hat die Expertin, die auch mehrere Erziehungsratgeber geschrieben hat, eine klare Empfehlung parat: â€žSie sollten sich davon verabschieden, dass Harmonie dran ist. Harmonie ist nicht dran!â€ś Jugendliche mĂĽssten in diesem Alter schauen, was geht, wo die Grenzen sind. Die Eltern seien dafĂĽr zustĂ¤ndig, zu zeigen, was mĂ¶glicherweise nicht geht. â€žWenn jeder seinen Job macht, gibtâ€™s Zoff.â€ś</para><para>Und der ist wichtig. Die PubertĂ¤t ist eine Zeit der Auseinandersetzungen. Dabei geht es darum, dass Eltern ihre Meinung vertreten, egal, wie doof oder altmodisch die Kinder diese finden. Gleichzeitig sollten sie deutlich machen, dass sie es ihren SĂ¶hnen oder TĂ¶chtern nicht ĂĽbel nehmen, wenn sie anders denken. Dann gibt es Reibung, aber auch Kontakt.</para><para>Wobei knallende TĂĽren und SĂ¤tze wie â€žDu bist echt die bescheuertste Mutter, die ich kenneâ€ś oder â€žSorry, das geht dich gar nichts anâ€ś fĂĽr Eltern nicht so leicht auszuhalten sind. Nach solchen AusbrĂĽchen ruhig zu bleiben und nicht gleich zum Gegenangriff auszuholen, erfordert ein hohes MaĂź an Gelassenheit und Selbstdisziplin. Hilfreich ist dabei vor allem das Wissen: Es ist nicht persĂ¶nlich gemeint. Es geht nicht gegen mich. Es geht nicht darum, dass mein Kind mich anfeindet, sondern darum, dass es seinen Weg findet, dass in seinem Gehirn gerade der Teufel los ist. Wer das weiĂź, kann souverĂ¤ner mit seinen Teenagern umgehen. Er kann sagen, so gehtâ€™s nicht, ohne sein Kind dabei anzugreifen oder schlechtzumachen. Anders gesagt: Wenn Eltern es schaffen, Angriffe nicht persĂ¶nlich zu nehmen, kĂ¶nnen sie in einem guten Ton und mit Respekt mit ihren Kindern reden.</para><title ezxhtml:level="2">Familienkonferenzen kĂ¶nnen helfen</title><para>Genau das haben sich auch Birgit Strohmeier und ihr Mann vorgenommen. Im Alltag klappt das mal gut, mal weniger gut. Zu den Themen, die hĂ¤ufig fĂĽr Diskussionen sorgen, gehĂ¶ren das rechtzeitige Aufstehen am Morgen und der Umgang mit Handy und Tablet. Vor allem Letzteres macht den Eltern zu schaffen. â€žDa den richtigen Weg zu finden, ist irre schwierig und fĂĽhrt immer zu Konfliktenâ€ś, erzĂ¤hlt die Mutter. Gute Erfahrungen haben die Strohmeiers in solchen FĂ¤llen mit Familienkonferenzen gemacht. Wenn etwas aus dem Ruder lĂ¤uft, wenn neue Regeln vereinbart oder geltende ĂĽberprĂĽft werden mĂĽssen, wird ein solches Treffen einberufen. Als sich einer der SĂ¶hne mehr Handyzeit wĂĽnschte, bekam er sie â€“ und muss dafĂĽr nun samstags BrĂ¶tchen holen. FĂĽr andere ZugestĂ¤ndnisse bringen die Jungen beispielsweise den MĂĽll in die Tonne oder hĂ¤ngen WĂ¤sche auf.</para><para>Im Grunde aber, sagt Birgit Strohmeier, ist es aus ihrer Sicht vor allem eins, was in der PubertĂ¤t zĂ¤hlt: Empathie. â€žDas klingt so banal, ist aber nicht leichtâ€ś, meint sie. Gerade, wenn Kinder sich so verhalten, dass man es gar nicht nachvollziehen kann, gehe es darum, â€žihnen nicht gleich eine LĂ¶sung vor den Latz zu knallen oder mit irgendwelchem pĂ¤dagogischen Blabla auf sie einzusprechen, sondern zu schauen, was die dahinter liegende Emotion ist, das dahinter liegende BedĂĽrfnisâ€ś. Also: Morgens nicht rufen, aufstehen, es ist spĂ¤t. Sondern sich zum Kind ans Bett setzen, seine MĂĽdigkeit, seine Sorgen, seine Unlust ernst nehmen, von eigenen Erfahrungen erzĂ¤hlen, liebevoll motivieren. â€žMehr verstehen, nicht so auf Konfrontation gehenâ€ś, sagt Strohmeier. â€žWir erziehen keine Kinder mehr, sondern junge Erwachsene. Wir mĂĽssen ihnen schon die Grenzen zeigen, aber eben mit Empathie.â€ś</para><para>Das gilt auch und gerade, wenn die Kinder zunehmend ihr eigenes Ding machen, wenn sie sich abwenden, Fehler machen. â€žDem Jugendlichen die TĂĽr jederzeit offen zu halten, ist eine undankbare, aber enorm wichtige Aufgabeâ€ś, schreibt Remo H. Largo. Es ist gut, wenn Eltern sich das immer wieder bewusst machen. Auch, wennâ€™s ihnen schwerfĂ¤llt.Â Â  Â </para><para>Â </para></section>
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Verhalten, das den Zugang zu den Jugendlichen schwierig macht:</literallayout></para><itemizedlist><listitem><para>VerhĂ¶re</para></listitem><listitem><para>VortrĂ¤ge</para></listitem><listitem><para>VorwĂĽrfe</para></listitem></itemizedlist><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">Die drei grĂĽnen V</emphasis>
Verhalten, das fĂĽr guten Kontakt sorgt:</literallayout></para><itemizedlist><listitem><para>Verstehen</para></listitem><listitem><para>Vertrauen</para></listitem><listitem><para>Vorbild</para></listitem></itemizedlist></section>
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