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MĂ¶gliche GrĂĽnde fĂĽr die GemĂĽse-Verweigerung kĂ¶nnen unter anderem eine LebensmittelunvertrĂ¤glichkeit, stagnierendes Wachstum, zu viele Snacks und SĂĽĂźes auĂźerhalb der Hauptmahlzeiten, MĂĽdigkeit oder eine Krankheit sein. Zudem kann ein in den menschlichen Genen verankerter Instinkt Kinder dazu bringen, dass sie um GrĂĽnes zumindest zeitweise einen Bogen machen. Bei unseren Vorfahren galten grĂĽne Lebensmittel als unreif, bitter und mĂ¶glicherweise giftig. Wenn Kinder also SĂĽĂźes dem GemĂĽse vorziehen, kann das einfach evolutionsbiologische GrĂĽnde haben.</para><title ezxhtml:level="2">Gute Stimmung am Tisch</title><para>Oft hat es also ganz andere Ursachen als die Eltern vermuten, wenn ein Kind bestimmte Nahrungsmittel ablehnt. Deshalb hilft es auch nicht, wenn Mama oder Papa dann wortreich auf die â€žgesundenâ€ś Lebensmittel bestehen, sondern es sind andere MaĂźnahmen erforderlich. Bei GemĂĽsemuffeln kann es helfen, wenn die Eltern das Kind bei der Essensplanung, beim Einkaufen und Kochen mit einbeziehen, rĂ¤t Moana Werschler. Es sollte tĂ¤glich GemĂĽse geben. Hilfreich ist es, wenn die Eltern Vorbild sind, wenn eine gute Stimmung am Tisch Vertrauen vermittelt und kein Druck aufgebaut wird. Zudem sollten Eltern locker bleiben, auch wenn das Kind â€žigittâ€ś sagt oder etwas ausspuckt. GemĂĽse sollte nicht nur versteckt, sondern auch Ganzes serviert werden. Extragerichte gibt es nicht, aber viel Abwechslung, unterschiedliche Farben und sowohl rohes als auch gekochtes GemĂĽse.</para><para>Ein weiteres Beispiel fĂĽr den Umgang mit einem Konfliktthema: Zucker. Katharina Fantl und Julia Litschko warnen davor, Zucker nur als Bedrohung anzusehen. â€žIn der Tat wissen wir, dass sich zu viel Zucker negativ auf unsere Gesundheit und unser Gewicht auswirken kannâ€ś, schreiben sie. Wobei sich dann die Frage stelle, was zu viel ist, und warum wir zu viel von etwas essen, was uns nicht gut tut. â€žUm sicherzugehen, dass wir nicht missverstanden werden: Wir sind keine Vertreter der Zuckerlobbyâ€ś, schreiben die Beraterinnen. Doch die anhaltende Zucker-Hysterie sei â€žweder gesund noch zielfĂĽhrend, wenn es darum geht, Kindern ein unbeschwertes Essverhalten zu vermittelnâ€ś. MĂ¶glicherweise spielen emotionale Aspekte eine Rolle, wenn Kinder viel SĂĽĂźes essen. Dann ist hier anzusetzen. Vielleicht hat die Familie beim Essen gar nicht die Wahl zwischen stark gezuckerter Limonade und Wasser, weil es nur Limo gibt. Dann wird der Durst natĂĽrlich damit gelĂ¶scht â€“ und die Aufgabe wĂ¤re, kĂĽnftig Wasser auf den Tisch zu stellen.</para><title ezxhtml:level="2">Dem Kind vertrauen</title><para>Was definitiv nichts bringt, ist Druck, erklĂ¤ren die beiden Autorinnen. Stattdessen setzen sie darauf, auf spielerische und gleichzeitig pragmatische Art und Weise Vertrauen in die KĂ¶rperintelligenz von Kindern zu entwickeln. Der erste Schritt in diese Richtung heiĂźt: â€žBringen Sie Ihrem Kind einen Vertrauensvorschuss entgegen.â€ś Das Kind soll frei wĂ¤hlen dĂĽrfen, was es isst, auch wenn die Eltern sich vielleicht Sorgen machen, â€žweil es nicht ab Tag 1 die Entscheidungen trifft, die Sie sich wĂĽnschen.â€ś Weiterhin raten sie, Lebensmittel nicht in gesund â€“ â€žmuss ich essenâ€ś â€“ oder ungesund â€“ â€žsoll ich nicht essenâ€ś â€“ einzuteilen. Sonst besteht die Gefahr, dass Kinder beispielsweise GemĂĽse mit Zwang und Druck verbinden, wĂ¤hrend etwa Eis fĂĽr sie positiv besetzt ist. Ein natĂĽrliches VerhĂ¤ltnis zu beiden und damit eine offene und freie Entscheidung fĂĽr das, was die Kinder gerne essen mĂ¶chten, werden dadurch erschwert.</para><para>Weiterhin raten Fantl und Litschko zu Vielfalt, KreativitĂ¤t und Autonomie beim Essen. Ablenkungen sollten vermieden werden. Der Fokus am Esstisch sollte auf dem Zusammensein liegen statt darauf, wer was und wie viel isst. Wichtig ist, dass Eltern trotzdem wachsam bleiben und spĂĽren, ob mĂ¶glicherweise GefĂĽhle wie Langeweile oder Traurigkeit ihr Kind dazu bringen, etwas zu essen, was ihm kĂ¶rperlich nicht guttut. Und nicht zuletzt sollten Eltern beim Essen authentisch sein, also Freude und Genuss ausdrĂĽcken, wenn es ihnen schmeckt, oder auch mal nicht essen, wenn sie gerade keinen Hunger haben.</para><title ezxhtml:level="2">Der Weg zu einem entspannten Essverhalten</title><para>Mit ihren Tipps mĂ¶chten die Autorinnen viele Ansichten von Eltern zu gesunder KinderernĂ¤hrung bewusst auf den Kopf stellen. Dass ihr Weg nicht sofort und ohne Probleme funktionieren kann und immer wieder angepasst werden muss, ist ihnen klar. Doch sie ermutigen Eltern, ihn zu gehen. â€žDenn wir sind fest ĂĽberzeugt, dass ein achtsamer und vertrauensvoller Umgang mit Kindern, die ihrer KĂ¶rperintelligenz uneingeschrĂ¤nkt folgen dĂĽrfen, der beste Weg zu Selbstvertrauen, StĂ¤rke und einem lebenslang entspannten, gesunden Essverhalten ist.â€ś</para></section>
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Studien zeigen, dass Kinder weniger wahrscheinlich etwas essen werden, wenn sie dazu gedrĂ¤ngt werden. Druck erzeugt oft das Gegenteil von dem, was wir wollen. Stattdessen sollten Eltern das Prinzip der reaktiven FĂĽtterung befolgen, bekannt als â€žThe Division of Responsibilityâ€ś. Dabei ist es Aufgabe der Eltern, zu entscheiden, welches Essen wann und wo serviert wird, wĂ¤hrend es Aufgabe des Kindes ist, zu entscheiden, ob und wie viel es davon essen mĂ¶chte. Obwohl dies zunĂ¤chst ungewohnt erscheinen mag, unterstĂĽtzt die Forschung diesen Ansatz, um langfristig positive Essgewohnheiten zu fĂ¶rdern.</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">2. Biete regelmĂ¤Ăźig neue und abwechslungsreiche Lebensmittel an</emphasis>
Wenn Kinder die Gelegenheit haben, neue Lebensmittel kennenzulernen und sich an sie zu gewĂ¶hnen, fĂ¶rdert das positive Essgewohnheiten â€“ auch wenn die Kinder diese Lebensmittel nicht sofort essen. Es ist wichtig, Kinder nicht unter Druck zu setzen, diese Lebensmittel zu essen. Biete sie einfach regelmĂ¤Ăźig an, aber in kleinen Portionen, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">3. Serviere neue Lebensmittel neben bereits akzeptierten Lebensmitteln â€“ mache nicht den Fehler und stelle deinem Kind nur Neues hin</emphasis>
Biete ein oder zwei bereits bekannte Lebensmittel zusammen mit neuen und â€žsicherenâ€ś Lebensmitteln an. So kĂ¶nnen Kinder die neuen Lebensmittel kennenlernen, ohne den Druck zu verspĂĽren, sie essen zu mĂĽssen. Gib deinem Kind die Wahl bei den Mahlzeiten und Snacks, indem du sie zwischen einer begrenzten Anzahl von Optionen wĂ¤hlen lĂ¤sst. Geschlossene Fragen kĂ¶nnen ihnen ein gewisses MaĂź an Kontrolle geben, ohne sie zu ĂĽberwĂ¤ltigen.</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">4. Verwende beschreibende Sprache fĂĽr Lebensmittel anstelle von â€ždas ist gesund!â€ś</emphasis>
Beschreibende Sprache hilft Kindern, sich mit neuen Lebensmitteln vertraut zu machen und ihre Sinne anzuregen. Spreche ĂĽber die Farbe, Form, Textur und das Aussehen des Lebensmittels, anstatt es als â€žleckerâ€ś oder â€žgesundâ€ś zu bezeichnen.</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">5. Sei ein Vorbild fĂĽr gesunde Essgewohnheiten und Rituale</emphasis>
Dein eigenes Essverhalten dient als Vorbild fĂĽr dein Kind. Sie beobachten nicht nur deine Vorlieben, sondern auch, wie du ĂĽber Essen sprichst. So entwickeln sie ihre eigenen Vorstellungen darĂĽber, wie positives Essverhalten aussieht. Stelle vielleicht auch Tischregeln auf, habt schĂ¶ne Rituale und schaue den Esstisch als einen positiven Ort an.</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">6. Beziehe dein Kind in die Zubereitung von Lebensmitteln ein</emphasis>
Kinder sind oft motivierter zu essen, wenn sie an der Planung und Zubereitung von Mahlzeiten und Snacks beteiligt sind â€“ gerade in der Autonomiephase. Dies gibt ihnen ein GefĂĽhl von Kontrolle und UnabhĂ¤ngigkeit. Du kannst sie beim Einkaufen mitnehmen, ihnen erlauben, beim Zubereiten zu helfen und sie den Tisch decken lassen. Wichtig ist aber, dass du nicht nur noch fĂĽr dein Kind kochst, es also nicht alle MenĂĽs vorgibt oder du extra kochst!</literallayout></para><para><literallayout class="normal"><emphasis role="strong">7. Ermutige das Spielen mit Essen â€“ und habt mehr SpaĂź am Esstisch</emphasis>
Spiele, die mit Essen zu tun haben, kĂ¶nnen dazu beitragen, dass Kinder weniger Ă¤ngstlich gegenĂĽber verschiedenen Lebensmitteln sind und ihre Ă„ngste abbauen, denn es geht um SpaĂź, nicht ums Essen. Da Ă„ngste und Unruhe oft mit wĂ¤hlerischem Essen einhergehen, erlaubt das Spielen mit Essen deinem Kind, sich damit vertraut zu machen, ohne es essen zu mĂĽssen. Sei kreativ mit Gesicht im Teller kreieren, TĂĽrmchen bauen, Geschichten erzĂ¤hlen.</literallayout></para><para><literallayout class="normal">Hier sind einige Ideen fĂĽr Essensspiele:
â€“ Essen als Kunstwerk: Lasst eure KreativitĂ¤t flieĂźen und gestaltet mit verschiedenen Lebensmitteln lustige Kunstwerke und Bilder, malt mit Brokkoli oder Karotten.
â€“ Verkostungsspiele: Blindverkostungen von verschiedenen Lebensmitteln kĂ¶nnen SpaĂź machen und die Neugierde fĂ¶rdern.
â€“ Kochwettbewerbe: Fordert eure Kinder heraus, ihre eigenen Mahlzeiten zuzubereiten und kreativ zu sein. Lass dein Kind mal fĂĽr dich kochen.</literallayout></para><para><emphasis>*â€žMiss Broccoliâ€ś duzt ihre Leserinnen und Leser. Wir siezen normalerweise, haben aber in diesem Fall ihre Formulierungen ĂĽbernommen.</emphasis></para><para>Quelle: <link xlink:href="https://missbroccoli.com/" xlink:show="new">Miss Broccoli </link></para></section>
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