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Mama Jule setzt sich zu mir in die Sofalandschaft. Von hier aus haben wir freien Blick in den Garten. Auch Vater Daniel gesellt sich dazu. Das ErzĂ€hlen ĂŒbernehmen erstmal Mila, Mara und Lena - drei blonde Prinzessinnen, die wild um mich herumspringen. Ich erfahre, als was sie an Karneval gegangen sind, dass Mara gerne blau mag und Lena gerade das Thema âFrĂŒhblĂŒherâ im Sachunterricht hat.Â 

Was denn das Beste am Drillingsleben sei, frage ich in den Trubel hinein. âDass man nie allein spielen mussâ, kommt die prompte Antwort. Ob sie denn gerne zusammen spielen? âNĂ¶, am liebsten spiele ich in meinem Zimmerâ, meint Mara. Seit einem Jahr hat jede ihr eigenes Reich. Stolz zeigen sie ihre neuen Hochbetten. Lena hat beschlossen, dieses Jahr âaufrĂ€umenâ zu fasten und genauso kunterbunt sieht es auch aus.</literallayout></para><title ezxhtml:level="2">Ăberraschung beim Ultraschall: Schock und neues AutoÂ </title><para><literallayout class="normal">ZurĂŒck im Wohnzimmer erzĂ€hlt Jule, wie alles anfing. âEs war frĂŒh klar, dass wir Zwillinge erwarten.â Alles verlĂ€uft normal, doch in der 13. Woche setzen plĂ¶tzlich Blutungen ein und Jule geht besorgt zu ihrer Ărztin. Beim Ultraschall gibt es Entwarnung: âNummer eins sieht gut aus. Nummer zwei auchâ, sagt die GynĂ€kologin und dann eine ganze Weile nichts mehr. âWĂ€hrend ich die Bubbles auf dem Bildschirm beobachtete, rief sie plĂ¶tzlich: âOh, da haben wir jemanden vergessen!ââÂ 

WĂ€hrend die Ărztin erklĂ€rt, dass sich zwei Embryos eine FruchthĂ¶hle teilen und einer der beiden deshalb nicht zu erkennen war, versucht Jule den ersten Schock zu verdauen. Zu Hause ĂŒberbringt sie ihrem Mann die Neuigkeit und seine pragmatische Reaktion ist: âDann brauchen wir ein neues Auto!â Es soll spĂ€ter sogar ein Bus werden, der der Familie das Leben sehr erleichtert.Â 

Doch erst einmal gilt es, drei Babys auszutragen. âIch habe mir wegen der Risikoschwangerschaft groĂe Sorgen gemacht und mich ĂŒber jeden geschafften Tag gefreutâ, erinnert sich Jule. Im Sommer 2019 ist es so weit. âEs war die 35. Woche und ich lag seit Tagen in einem Spezialkrankenhaus. Alles an mir war geschwollen und mein Bauch so groĂ, dass er aus dem Krankenhausbett hing.â FĂŒr sie ist klar: âDas geht so keinen weiteren Tag mehr.âÂ 

Mila, Mara und Lena kommen per Kaiserschnitt zur Welt. Alle atmen selbstĂ€ndig. Sie sind leicht, aber fit! Weil es ihnen so gut geht, werden sie in ein normales Kinderkrankenhaus verlegt. Jule aber muss wegen ihrer Kaiserschnittwunde noch liegen und sieht die Drillinge drei Tage lang nicht. âDas hat mir sehr zugesetztâ, erinnert sie sich und man sieht ihr den Schmerz noch an. Wenigstens liegen die MĂ€dchen zu dritt in einem WĂ€rmebettchen und werden rundum gut versorgt. Nach drei Wochen dĂŒrfen sie nach Hause.Â </literallayout></para></section>
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Auch das Wickeln spielt sich ein. âZur Geburt hatten wir ein Windel-Liefer-Abo geschenkt bekommen, das Gold wert war.â Am Tag verbrauchen die Babys locker 18 StĂŒck. âKaum hatten wir eine frische an, war sie schon wieder vollâ, kichern die MĂ€dchen. Der Drillingswagen kostet Jule Nerven. âEr war riesig, lieĂ sich kaum lenken.â Nach und nach werden die Kleinen mobiler. âDie eine ging an die Steckdose, die zweite an die Blumenerde, die dritte steckte sich einen Stein in den Mund und ich musste entscheiden, wen ich zuerst retten muss.â</literallayout></para><title ezxhtml:level="2">Die Lockdowns in der Corona-Zeit: Fast ein Segen fĂŒr die FamilieÂ </title><para><literallayout class="normal">Die Lockdowns in der Coronazeit sind fĂŒr die Familie fast ein Segen: âWir saĂen sowieso hier fest, mit drei Babys ist man ziemlich ans Haus gefesselt. Wir hatten auch keine Hilfe, denn die GroĂeltern leben in Berlin und der Schweiz.â WĂ€hrend drauĂen die Welt stillsteht, erobern die Kinder Haus und Garten und vermissen nichts. âDer grĂ¶Ăte Benefit war, dass Daniel seitdem meist im Homeoffice arbeiten kann. Das macht alles viel leichterâ, sagt Jule.Â 

Sie selbst bleibt zwei Jahre zu Hause. âMit Drillingen kann man neun Jahre Elternzeit nehmen. Bezahlt wird aber nur ein Jahr mit einem kleinen Aufschlag fĂŒr die Geschwisterkinderâ, sagt Daniel. Mit zwei gehen die Kleinen stundenweise zu einer Tagesmutter, so dass Jule mal durchschnaufen kann. Mit knapp drei kommen sie in den Kindergarten - jede in eine andere Gruppe, denn so sind die Regeln der Kita.

Seit dem Sommer 2025 gehen die MĂ€dchen nun in die Grundschule â auch wieder in unterschiedliche Klassen. Sie haben ihre eigenen Freundeskreise und unterschiedliche Interessen. Auch wenn sich vor allem Mila und Mara Ă€hnlich sehen, so sind alle drei doch ganz eigene PersĂ¶nlichkeiten. Mara ist viel drauĂen in der Natur und spielt auch gerne mal mit Jungs. Ihre eineiige Zwillingsschwester Mila ist eher kĂŒnstlerisch-kreativ. Â 

Lena wird hĂ€ufig Ă€lter geschĂ€tzt, obwohl sie eigentlich die JĂŒngste im Bunde ist. Sie liebt tanzen und wirkt schon ziemlich reif. Unter den Schwestern ist sie die Ruhigste und HarmoniebedĂŒrftigste. âMila und Mara sind aufbrausender als Lena. Sie muss manchmal einiges einstecken und zieht sich zurĂŒck, wenn die anderen streiten. Wir mĂŒssen aufpassen, dass es ihr nicht zu viel wirdâ, beschreibt Jule die Dynamik.</literallayout></para><title ezxhtml:level="2">Der Alltag ist eine Mischung aus effizienter Planung und GelassenheitÂ </title><para>Gemeinsamkeiten gibt es natĂŒrlich auch. Alle sind gerne drauĂen und alle schlafen wie die Murmeltiere. Ein GlĂŒck, denn es beschert ihren Eltern schon frĂŒh ruhige NĂ€chte. Zum Problem wird es erst mit der Einschulung. âEs ist schwer, sie aus dem Bett zu bekommenâ, seufzt Jule. âWir teilen uns auf. WĂ€hrend einer die Kinder zur Eile antreibt, managt der andere den Rest.â Vor allem Mila kann sich oft nicht entscheiden, was sie anziehen soll, und wechselt ihr Outfit gerne nochmal kurz vor knapp.</para><para>Seit sie einen neuen Trick anwenden, ist das Problem jedoch gelĂ¶st. âDie Kinder legen sich jetzt abends in ihren Klamotten fĂŒr den nĂ€chsten Tag ins Bett. Das spart uns wertvolle Zeit am Morgen.â Auch die Pausenbrote liegen dann schon fertig in der Box. Zur Schule geht es mit dem Lastenrad durchs Viertel und den kleinen Wald. âDas Rad ist fĂŒr uns das zweite Auto. Ohne kĂ¶nnten wir nicht ĂŒberlebenâ, schmunzelt Jule.</para></section>
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